Herz bedeutet Drama

„Ängstliche und Verliebte (Liebe ist so oder so eine Form der Angst) finden immer einen Weg, un sei er noch so gewunden, um das Thema anzusprechen, das sie bewegt.“

Titel: „Der Brief im Taxi“ | Original: La Lettre dans un taxi  | Autor/in: Louise de Vilmorin | dörlemann [klick] | Seitenanzahl: 208 | Hardcover/Leinen | Einzelband

Louise de Vilmorin

am 4. April 1902 in Verrières-le-Buisson bei Paris geboren, begegnete während ihres Literaturstudiums sie Antoine de Saint-Exupéry und verlobte sich mit ihm. Louise de Vilmorin entstammte dem französischen Adel, was ihr erlaubte, im Stammschloss der Vilmorin, dem Château de Verrières-le-Buisson, führende Künstler ihrer Zeit zu versammeln. Ihr langjähriger Lebensgefährte André Malraux regte sie zum Schreiben an, und in der Folge entstanden nicht nur die Histoire d’aimer, sondern auch die Romane Julietta, La lettre dans un taxi und Les belles amours sowie mehrere Gedichtbände. Bekannt wurde sie vor allem mit ihrem Roman Madame de …, 1953 von Max Ophüls verfilmt. Louise de Vilmorin starb am 26. Dezember 1969 an ihrem Geburtsort.

Eigentlich ist Cecile glücklich mit Gustave, einem reichen Bankier verheiratet, sie selbst lebt ein unbekümmertes Künstlerleben. Der verlorene Brief jedoch raubt ihr fast den Verstand, große Angst schnürt ihr den Hals zu und auch dem Leser, ich habe beim Lesen richtig mitgefühlt, als ob ich selber etwas verloren hätte. Sie fühlt sich von Paul erpresst, kann aber nichts dagegen tun und fühlt sich Paul erpresst, kann aber nichts dagegen tun und fühlt sich verpflichtet sein Spiel mitzuspielen, deswegen, verwickelt sie sich immer mehr in Ausreden und Widersprüche gegenüber ihrem Ehemann. Dieser ist so gutmütig, das er aus Liebe zu Cecile, versucht, alles zu glauben und immer eine plausible, naive Erklärung für ihr Verhalten zu finden.

Louise de Vilmorin stellt hier eine Situation dar, die nicht nur damals sondern auch heute eine enorme Belastung für eine Beziehung wäre. Man stelle sich nur vor, es passiert einem selber und würde nicht nur das eigene Lebensglück gefährden sondern auch die Ihres Partners und seiner Karriere. Es wäre eine Katastrophe. Die Autorin, als Kennerin der gehobenen Gesellschaft, wusste mit Sicherheit, wovon sie schreibt, ihr war klar, wie leicht Aufstieg und Fall in der französischen Gesellschaft möglich war und wohl heute noch ist.

Fazit: Ich bin begeistert, Vilmorin hat es geschafft, mich in eine Lage und in eine Zeit zu versetzen, und eine Unruhe sowie Sorge verspüren zu lassen, welche wirklich selten vorkommt. Teilweise habe ich mich wirklich unwohl gefühlt und hatte sogar ein schlechtes Gewissen gegenüber Gustave, weil ich mehr wusste als er und er den Kummer nicht verdient hätte. Zurückgeblieben sind Menschen, die die Kurve noch knapp bekommen haben, aber ob man danach noch vom „Glücklich sein“ sprechen kann oder einfach dem Nachkommen von Pflichten in der Gesellschaft, ich weiß es nicht …

Auf das wir die richtigen Entscheidungen in unserem Leben treffen und damit glücklich werden.

Liebe Grüße

Feyza (_FOEZ_)

Leave a Reply